Die Wartezeit besser nutzen…Entwicklung der Persönlichkeit


Etwas entspannter war Maya geworden. Beim Warten.

Seitdem sie durch den mißglückten Dreier im September 2012, den sie selbst nicht Dreier nannte, sondern immer nur Disaster oder Pseudo-Dreier, nicht mehr hörig war, sondern immer mehr ihr eigenes Leben lebte und sich aufbaute, war es einfacher geworden zu warten.

Sie hatte Mitte Januar wieder angefangen zu lernen. Holte Englisch, Mathematik, Deutsch und Französisch nach. Maya wollte ihr Abitur machen. Zwar tendierte sie zu einem Fernstudium, wegen der flexiblen Zeitgestaltung. Wiederum machten sie die Recherchen über die Qualität der Lernmaterialien und die hohe Durchfallquote nachdenklich. Die finanzielle Belastung traute sie sich zwar zu, denn für sich selbst brauchte sie nicht viele Konsumgüter um glücklich zu sein, aber wenn sie doch mal einen Unfall haben sollte, würde sie mit ihrer Selbständigkeit und der nicht ausreichenden Versicherung doch etwas ins Schleudern geraten.
Aber erstmal holte sie vergessenes oder nicht gelerntes Wissen nach, um sich auf die Eignungsprüfung für das Abitur vorzubereiten.

Lernen machte ihr sehr viel Spaß. Es war eine richtig funktionierende Ablenkung zwischen den Treffen mit ihrem Herrn. Während der Arbeit hatte sie zu oft Gelegenheit ihre Sehnsucht und ihr Verlangen zu spüren. Denn die Arbeit lief oft automatisch ab und forderte zwar hohe Konzentration, aber es war eben möglich immer mal zwischendrin abzuschweifen und emotional zu werden.

In ca. 14 Tagen würde sie ihn sehen. Treffen waren natürlich nie hundertprozentig sich, da immer auch beruflich oder krankheitsbedingt beiden etwas dazwischen kommen könnte. Natürlich stellte sie sich trotzdem darauf ein und dachte wieder etwas mehr an ihn.

Es gab Zeiten wo sie dermaßen abhängig, ja sogar hörig war, wo sie morgens mit den Gedanken an ihren Herrn aufwachte und abends mit den Gedanken an ihn einschlief. Damls träumte sie oft von ihm, meist hatte er in den Träumen keine Zeit, oder war mit seiner eigenen Frau, oder dem Baby beschäftigt, oder mit anderen Geliebten, oder er überwachte sie und überprüfte ob sie sich an die Regeln hielt. Keine schönen Träume, aber eben typische Träume, wenn man von einer Person mehr erwartet als diese geben kann, oder geben will. Auch diese Träume waren ein Anstoß sich mehr von ihm zu lösen. Es war zwar wirklich interessant dermaßen gefühlsgebunden und abhängig an/von diesem Mann zu sein. Aber als sie den Traum hatte, er hätte mit seiner Frau gerade ein Baby bekommen und würde sie überprüfen, da er keine zusätzlich ihn belastene Frau sich leisten könne, gab den ersten Denkanstoß. Auch merkte sie, dass er immer mehr den Respekt vor ihr als Frau verlor. Zwar nicht das Interesse daran sie zu benutzen und mit ihr zu spielen, aber als Mensch und Frau nahm er sie (instinktiv) immer weniger ernst.

Dieser Traum ereignete sich Anfang 2012. Er war gerade von Hong Kong nach Australien geflogen. Hong Kong war beruflich bedingt, Australien eher Holiday und Freunde besuchen. Das er in dieser Zeit wieder mehr andere fickte und auch mal wieder das Glück hatte auf etwas noch hübscheres, weibliches, als sonst meist in den deutschen Internetforen anzutreffenden Subjekte traf, sürte sie. Maya weinte ein paar Tage lang. Es war aber auch der Traum, in dem er das Haar an der Suppe bei ihr suchte, worauf hin sie sich seinen Blicken entzog, da er nicht mehr objektiv sie analysierte.

Dieses war der errste Anstoß. Durch den Dreier mit der Russin, bakam sie noch einmal deutlich zu sehen und zu spüren, dass sie noch viel abhängiger und höriger war als sie es sich eingestanden hatte. Sie war von frühester Kindheit gewohnt ihre eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen, da ihre Mutter mehr eine Freundin, als eine Tochter in ihr suchte und (miß)brauchte. Maya behielt ihre Probleme und schlechten Erlebnisse für sich um ihre stark beruflich eingespannte Mutter nicht zusätzlich zu belasten. Sie hörte oft lange ihrer Mutter zu und zeigte ihr schon in jungen Jahren Lösungen und andere Sichtweisen zu den Problemen mit Kollegen und Vorgesetzten.

Maya hatte im Anschluß an den Dreier eine sehr schwere Zeit gehabt. Sie versuchte lange alles wieder selbst in den Griff zu bekommen. Unter anderem hatte sie gesundheitliche Probleme, sonst war sie immer kerngesund. Nie eine Erkältung, nie eine Grippe. Nur zwei-dreimal im Jahr Kopfschmerzen. Dreimal im Jahr Menstruationskrämpfe. Einmal im Jahr erbrechen, weil sie zuviel gefeiert hatte.. Diesmal hatte sie nicht einmal mehr eigene Heilkräfte. Zwar gelang es ihr immer wieder für ein paar Tage die geschwollenen Lymphknoten zu verkleinern, aber sie bekam sie nicht weg. Und dann wurden sie wieder riesengroß. Das war nur ein psychosomatisches Bespiel aus dieser Zeit..

Da sie nicht ewig es allein probieren wollte, suchte sie sich professionelle Hilfe. Erst ging sie zu einer Famileinberatung, denn sie hatte noch nicht einmal mehr Kraft, sich um all die Briefe, die sie wegen noch bestehender Schulden hatte zu sortieren zu beantworten. Sie konnte ja nicht mehr schlafen, nicht mehr essen und zitterte drei Wochen lang am ganzen Körper. (Der ausführliche Zustand und Verlauf wird in Artikel Dreier mit Mila, 26, Russin aus Essen noch geschildert).Nach zwei Terminen in der Familienberatung, wurde ihr empfohlen sich an eine Frauenberatung zu wenden, da sie rein lebenstechnisch wieder ihr Leben bewältigen konnte, aber mal mit Hilfe einer Psychologin nachschauen sollte, ob sie nicht kranke Beziehungsstrukturen hätte. Sie selbst beschrieb ihr Dasein als das Leben einer Pflanze. rein vegetativ.

Sie fand schnell eine sehr gute Psychologin in einer sehr guten Frauenberatung. Schon bei der ersten Sitzung kam für Maya erleichternder ‚Weise heraus, dass sie zwar noch viel Trauer und Schmerz wegen ihrem Herrn in sich hatte, aber dass sie vielmehr interessierrt war, beruflich sich noch einmal komplett zu ändern, Karrierre zu machen und etwas ihre Beziehung zu ihrer Mutter aufzuarbeiten hätte. Bei der dritten Sitzung stellte sich schon heraus, dass Maya keine Therapie bräuchte, sondern es mit ihren eigenen Willen und ihren eigenen Methoden schaffen würde gewisse Defizite selbst zu lösen und ein erfüllenderes und erfolgreiches Leben zu führen. Das Abitur und das spätere Studium wären dabei erheblich wichtige Grundsteine. Maya hatte zwar immer beruflich sehr vieles ausprobiert, aber meist in sehr unstimmigen Arbeitsfeldern gejobbt. Dadurch hatte sie sich jetzt eine Basis geschaffen, neben Abitur und Studium als Selbständige problemlos Geld zu verdienen, aber es waren für Maya einfach nur Nebentätigkeiten, die sie nicht ewig machen wollte und in denen sie sich etwas unterfordert fühlte. Karriere war auch nicht unbedingt möglich. Zwar konnte man gutes Geld verdienen und hatte meist nicht so gute Konkurrenz, aber viel weiter als zu den wirklich Guten zu gehören ging es nicht..

Es tat wirklich verdammt gut, wieder die Zeit sinnvoller zu nutzen. So lange hatte sie schon bereut, nicht mehr Französisch sprechen zu können. Oder Englisch immer lange nach verschollenen Verben zu suchen, wenn sie auf englischsprachige Berliner traf und etwas tiefgründigere Gespräche führen wollte. Oder die zugenommene Unsicherheit bei der deutschen Rechtschreibung. Geld verdienen war nicht alles. Und ihr Lebenslauf würde beruflich in einer Sackgasse enden. Dafür war sie sich zu schade. Immer noch hatte sie den Wunsch weltweit arbeiten, leben zu können. Mittlerweile wusste sie auch deutsche Tugenden und Gepflogenheiten zu schätzen, aber immer noch fühlte sie sich eingeengt. Wünschte sich die Deutschen würden mehr lachen und weniger motzen. Wären weniger prüde, weniger mißgünstig, weniger verbohrt. Allgemein kam ihr Deutschland übervölkert und provizial vor. Dafür dass sich die Zeit stark und schnell gewandelt hatte, war so vieles stehen geblieben, zu langwierig, zu umständlich.

Maya kümmerte sich mehr um ihre Frauenfreundschaften und vernachlässigte dafür mehr ihre Männerfreundschaften. Sie setzte mehr auf Nachhaltigkeit, bzw. dachte jetzt längerfristig. Längerfristig zu denken hatte sie etwas von ihrem Herrn übernommen, aber das in alle Bereiche mehr umzusetzten entschloß sie August 2012, als sie nach ihrem gekündigten Job, Urlaub im Allgäu machte. Dort beschloß sie außerdem nur noch eine Partnerschaft einzugehen mit einem Mann, der sie zwar auf Händen trug, ihr aber auch ihren Freiraum leiß. Der keine Kinder hatte, aber nicht schockiert die Hände über den Kopf schlug, wenn die junge Frau schwanger werden würde. Ein Mann, der ehrlich zu sich selbst war und wußte was er will und wer er ist. Der Verantwortung trug und sein Leben sinnvoll nutzte. Und er sollte auch ihr mal sagen, wenn sie etwas übertrieb oder dramatisiert. Sie auch verstehen und sehen können. Maya war nun mal eine tiefgründige Frau und hatte hohe Ziele. Wichtig wäre da, dass sie mit dem Mann Seite an Seite stehen könne. Er müsse auch Attraktivität haben, dürfte nicht dick sein, nicht ungepflegt sein. Müsste selbständig denken und handeln können. Empfindsam und dabei männlich sein.  So viele Männer bilden sich die Liebe zu einer Frau ein, nur um nicht allein sein zu müssen. Und oft lassen sie sich regelrecht gehen, wenn sie sich sicher sind, die Frau gehöre ihnen jetzt. bekommen einen Bierbauch, oder wollen in der Jogginghose einkaufen gehen. Solange sie diesen Mann nicht träfe, würde sie Single bleiben. Sie hatte genug Beziehungen gehabt. Einen Partner kennnen zu lernen dauerte schließlich Zeit, die ihr vom Abitur, vom Studium und von ihrem Nebenverdienst abging.

Das sie jetzt lernte war natürlich nicht ein reines Ablenkungsmanöver von der Wartezeit auf S. Es war eine befreiende Tätigkeit und die reelle Chance ihr Leben komplett zu ändern und noch einfacher Geld zu verdienen.. Lernen machte ihr Leben freudvoller und bunter. Schaffte neue Verknüpfungen im Hirn. Verbesserte ihren Status in der Gesellschaft durch das Studium. Und sie konnte die nächsten Jahre wieder vermehrt Erfolgserlebnisse erlangen. Das es Jahre dauern würde, bis sie am Ziel war, störte die Sklavin herzlich wenig. Denn für sie war wirklich der Weg das Ziel. Und wenn man immer mehr im Hier und Jetzt lebt, dann interessiert einen kein Datum mehr, dann interessiert und erlebt man immer mehr nur den Moment.

Maya hatte Wartezeiten erlebt, in denen sie fast umkam vor Eifersucht, vor Ungewissheit vor Sehnsucht. Da gab es Tage, wo sie nur auf eine Mail von ihm gewartet hatte, auf einen Anruf und nichts mehr machen konnte als zu warten, zu leiden, zu hoffen.

Über andersmaya

Jung und dabei im besten Alter. Also nicht mehr zu jung, um Erfahrung zu haben und zu wissen was ich wirklich will. Das heißt, ich habe bereits meine schlimmsten und schönsten Erfahrungen erleben können. Ich lebe intensiv, teils ungewöhnlich. Lasse mir nichts vorschreiben. Habe aber mittlerweile gelernt, auch unaffällig die von der Gesellschaft nicht geduldetetn Sachen, im Verborgenen, unmbehelligt zu leben. Lebendig, etwas unvorsichtig, aber auch umsichtig. Eine sehr rationelle und vernünftige Seite und eine sehr umtriebige, abenteuerliche Seite habe ich. Nur drehen und wenden, wie die Goldmedaille lasse ich mich nicht.
Dieser Beitrag wurde unter Callgirl Tamara abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.