Leichengeruch im Treppenhaus


Maya est un petit peu triste…

Zum einen der Ex, der mittlerweile es auf zwei Flaschen Wein am Tage bringt.
Trotz kaputter, vom jahrelangen Saufen zerstörter Bauchspeicheldrüse. Und seinem nicht mehr normal funktionierenden Hirn, da er etliche Wochen im künstlichen Koma lag.
Sie sah da bei ihm nicht gerade eine lange Lebensdauer.
Zumal er wieder das Kotzen anfing.
Sein Körper so versuchte sich von dem Gift zu befreien.
Das der Ex sich über unwichtige Dinge, wie z.b. den baldigen Geldgeber Sozialamt mit Freude entgegen sah, verriet seine Wahrnehmung.
Er bekam, seit Einführung von Hartz IV selbiges.
Sicher, arbeitsfähig war er nicht.
Aber vor ca. 5 , 6 Jahren kam er mit einer Fahne zum Jobcenter.
Wenn diese Behörde nicht nur auf Jagd nach Betrügern wäre und nicht nur ständig bei jedem Kürzungen und Streichungen des Arbeitslosengeldes suchen würde, dann hätten sie viel eher die Möglichkeit die Menschen zu entdecken, die sich langsam tot saufen.
Der Leichengeruch war für die junge Sklavin etwas Neues.
Er kam aus der Wohnung unter ihr.
Dort lag der „Waldschrat“ drei Wochen unentdeckt tot herum.
Waldschrats Alter war wohl um Anfang 50. Da er aber auch schon lange soff, war das schwer zu sagen.
Waldschrat hatte Maya als Nachbarin erst sich gemerkt, als ihre Kleidung figurbetonter wurde.
Vorher trottete er meist grußlos, mit gesenkten Blick, seine langen grauen strähnigen Haare ins Gesicht fallend, an ihr vorbei. Mit einer Prise schlechter Laune, um noch schroffer zu wirken und nicht angesprochen zu werden.

Trotzdem schmetterte Maya ihm immer unermüdlich einen fröhlichen Gruß, der ernst gemeint war, zugegen.
Als dem Kauz auffiel, dass Maya aufreizend aussah, merkte er sie sich als seine Nachbarin.
Jetzt fragte sie ihn nach seinem Wohlbefinden.
Er behauptete immer gut.

Waldschrat zog hinter sich einen starken Geruch hinterher.
Etwas, rauchig und ungelüftet, sich nicht waschend.
Oft roch man ihn, durchs ganze Treppenhaus ohne ihn zu sehen.

Manchmal würgte Maya, meist morgens, da sie dann sehr geruchsempfindlich war.
Manchmal, wenn sie sensibler auf seine Duftbahn reagierte, hielt sie entweder die Luft an, bis sie in ihrer Wohnung war oder hielt sich ein Tuch oder den Ärmel vor ihre Nase.
Sie hatte nichts gegen Waldschrat.
Für sie war er nur einer, der sich todsoff, während wirklich schlimmere Menschen, die den Tod eher verdient hätten, es sich gut gehen ließen und andere schlecht behandelten.

Zwischendurch roch Maya einen neuen Geruch.
Aber es war sehr heiß und selbst der Müll stank anders als sonst.
Es gab auch noch jemanden in diesem Treppenhaus, der auch mit seiner Freundin trank und noch mehr stank. Denn es roch dort auch noch nach Hundescheisse, manchmal auch nach Pisse, von der kleinen ständig kläffenden Töle, die dort mithauste.
Einmal früh morgens, wühlte die dicke, rothaarige psychisch etwas auffallend nicht der Norm entsprechende Frau schön im Müll rum.
Maya war persönlich entsetzt, da sie gerade am abend zuvor eine große Papiertüte,  mit blutigen nur in Toilettenpapier eingewickelten Tampons, reingeschmissen hatte.
Sie war noch verpennt und zu entsetzt um etwas zu sagen.

Maya grübelte, dass ihr der Leichengeruch nicht aks solcher aufgefallen war.
Gut sie kannte diesen süßlichen schweren Geruch nicht von einem Menschen.
Darum dachte sie es gammle Fleisch im Müllcontainer vor sich hin.
Da es im Treppenhaus immer stank versuchte sie immer wegzuriechen.
Und ganz schnell in die Wohnung zu kommen.

Eines Tages sah sie die Feuerwehr.
Die hatte eine der Vertäfelung aus der alten Tür vom Waldschrat herausgeschnitten.
Da war ihr klar, er war tot.
Und er war der seltsame Geruch gewesen.
Sie versuchte sich zu erinnern, wann sie ihn das letzte mal sah.
Einmal mit ihrem Herrn zusammen, das war Pfingstsonntag.
Dann einen Tag später, wo Waldschrat das erste mal lebendig und grinsend fragte, ob sie noch eine gute Party gehabt hätte.
Maya wusste nicht, meinte er Sex? War sie laut gewesen? Meinte er nachts, aks sie mit einem anderen sehr attraktiven Mann laut polternd besoffen durchs Treppenhaus lachend stapfte?

Danach hatte sie wohl noch mal ihn gesehen.
Nur wenn dann wieder schattenhafter..

Drei Wochen habe er gelegen.
Tod.
Verwesend.
Nicht mehr identifizierbar.
Die Hausverwaltung macht nichts.
Es riecht weiter nach Leiche.
Und wenn eines Tages ein Leichenwurm unter der Tür durchkriecht braucht man sich nicht zu wundern.
Aber der Eigentümer ist eben ein Betrüger und Abzocker.
Natürlich lässt er die Wohnung wie sie ist…

Über andersmaya

Jung und dabei im besten Alter. Also nicht mehr zu jung, um Erfahrung zu haben und zu wissen was ich wirklich will. Das heißt, ich habe bereits meine schlimmsten und schönsten Erfahrungen erleben können. Ich lebe intensiv, teils ungewöhnlich. Lasse mir nichts vorschreiben. Habe aber mittlerweile gelernt, auch unaffällig die von der Gesellschaft nicht geduldetetn Sachen, im Verborgenen, unmbehelligt zu leben. Lebendig, etwas unvorsichtig, aber auch umsichtig. Eine sehr rationelle und vernünftige Seite und eine sehr umtriebige, abenteuerliche Seite habe ich. Nur drehen und wenden, wie die Goldmedaille lasse ich mich nicht.
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